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Die vier zentralen Kennziffern

Der Weg zum Ruhestand

Der Weg zum Ruhestand ist eine persönliche Angelegenheit, bei der viele individuelle Gegebenheiten zu berücksichtigen sind. Dennoch stellen sich den meisten von uns dieselben, mitunter schwierigen Fragen. Am Anfang steht für gewöhnlich: „Wieviel Geld benötige ich für den Ruhestand?“

Natürlich kann niemand diese Fragen präzise beantworten, weil man nicht weiß, wie das Leben spielt oder welche Erträge erzielt werden können. Trotzdem müssen Sie wissen, wo Sie stehen, um auf dem Weg zum Ruhestand die notwendigen Entscheidungen treffen zu können.

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Der Weg zum Ruhestand

Deshalb haben wir auf Basis gründlicher Analysen* Richtwerte entwickelt, die vier zentrale Größen für die Altersvorsorge betreffen: jährliche Sparrate, Meilensteine im Ansparprozess in der Ansparphase, Absicherungsniveau und mögliche  Entnahmerate. Auf dieser Grundlage sollten Sie Ihren individuellen Weg in den Ruhestand besser einschätzen können. Die genannten Größen stehen alle miteinander in Zusammenhang. Daher ist es bei der Altersvorsorge wichtig, jede davon im Blick zu behalten und ihre Wechselwirkungen untereinander zu verstehen.

Wir werden uns mit jeder dieser Größen – und den diesbezüglichen Richtwerten – näher beschäftigen. Außerdem haben wir einfache interaktive Tools entwickelt, mit denen Sie nachvollziehen können, wie sich eine Änderung der jeweiligen Größen auswirkt.

*Global Retirement Savings Guidelines. Fidelity International & Fidelity Investments. Herbst 2018.

Im Folgenden beantworten wir mithilfe einfacher Richtwerte vier gängige Fragen:

Dabei unterstellen wir einen Ruhestandsbeginn im Alter von 67 Jahren, in dem die Jahrgänge ab 1964 eine volle gesetzliche Rente beziehen können. Um Ihrem individuellen Bedarf Rechnung zu tragen, sollten Sie möglicherweise für ihren persönlichen Vorsorgeplan die Einbeziehung eines professionellen Anlageberaters in Betracht ziehen. Die folgenden Richtwerte stellen aber schon einmal einen soliden Ausgangspunkt dar.

  • Welchen Teil meines Einkommens im Ruhestand werden meine Ersparnisse abdecken? Bei den meisten Menschen stellt die gesetzliche Rente die Einkommensgrundlage im Ruhestand dar. Der Rest kommt aus privater und betrieblicher Vorsorge. Welcher Anteil des Ruhestandseinkommens sollte privat und über eine betriebliche Altersvorsorge finanziert sein? Der Richtwert von Fidelity sieht vor, hieraus mindestens 45 % des letzten Bruttoeinkommens ersetzen zu können3.
  • Wieviel muss ich für den Ruhestand ansparen? Diese Frage ist schwer zu beantworten, insbesondere wenn man noch sehr weit vom Ruhestand entfernt ist. Eine einfache Methode, um ihr Ansparziel für den Ruhestand abschätzen und überwachen zu können, sind unsere altersabhängigen Meilensteine im Ansparprozess. Dabei handelt es sich um „Anspar-Zwischenziele“, ausgedrückt in einem Vielfachen Ihres aktuellen Bruttojahreseinkommens. Auf Grundlage unserer Analysen empfehlen wir folgende Meilensteine im Ansparprozess: bis zum Alter von 30 das 1-fache ihres aktuellen Jahreseinkommens, bis 40 das 4-fache, bis 50 das 6-fache, bis 60 das 8-fache und bis 67 das 10-fache.4
  • Wie viel sollte ich pro Jahr für den Ruhestand sparen? Um mit hoher Wahrscheinlichkeit Ihren Lebensstandard im Ruhestand halten zu können, empfehlen wir, während Ihrer aktiven Zeit etwa 21 % Ihres Bruttoeinkommens5 pro Jahr in die Altersvorsorge zu investieren. Dies mag nach sehr viel klingen, umfasst aber alle privaten und betrieblichen Vorsorgeaufwendungen, einschließlich etwaiger Arbeitgeberzuschüsse. Natürlich lässt sich das möglicherweise nicht jedes Jahr realisieren, doch gibt es immer Wege, ein zwischenzeitliches Aussetzen wieder aufzuholen.
  • Wie stelle ich sicher, dass mein Erspartes über den gesamten Ruhestand hinweg reicht? Einer der größten Herausforderungen für viele Ruheständler ist die Frage, wieviel sie im Alter aus ihren Ersparnissen entnehmen können. Entnimmt man zuviel, riskiert man, dass das Geld nicht reicht. Entnimmt man zu wenig, kann man möglicherweise nicht den gewünschten Lebensstandard im Ruhestand halten. Unsere Empfehlung lautet, die jährlichen Entnahmen auf 4,6 % ihres anfänglichen Altersvorsorgekapitals zu beschränken6 und die Höhe dieser Entnahme an die Inflation anzupassen.
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Richtwerte für die Planung der Altersvorsorge

Meilenstein im Ansparprozess: Vielfaches Ihres Einkommens, das Sie bis zum Ruhestand angespart haben sollten.

Sparrate: Prozentaneil Ihres Einkommens, das Sie laufend zurücklegen sollten.

Einkommensersatzquote: Prozentanteil des Ruhestandseinkommens, den Sie neben Bezügen aus der Gesetzlichen Rente aus betrieblichem und privatem Sparkapital finanzieren müssen, um Ihren Lebensstandard nach Ende der Erwerbstätigkeit aufrechtzuerhalten.

Nachhaltige Entnahmerate: Prozentualer Anteil Ihres Vorsorgekapitals, den Sie im Ruhestand jährlich entnehmen können, sodass die Ersparnisse ausreichen, aber kein Kapital übrigbleibt.

 

Zentrale Rolle von Renteneintrittsalter und gesetzlicher Rente

Unsere Richtwerte hängen von einer Reihe von Faktoren ab, insbesondere von dem Alter, in dem Sie in den Ruhestand gehen. Das durchschnittliche Renteneintrittsalter in Deutschland beträgt aktuell 63 Jahre. Für die Jahrgänge ab 1964 liegt die Altersgrenze für den Bezug einer abschlagsfreien gesetzlichen Rente bei 67 Jahren (Es sei denn, Sie haben im Alter von 65 bereits 45 Jahre in die Gesetzliche Rente eingezahlt). Bei vorgezogenem Rentenbeginn sinkt die jährliche Rentenzahlung um 3,6% pro Jahr der vorzeitigen Inanspruchnahme. Schiebt man den Rentenbeginn über das Alter hinaus, das zum Bezug einer vollen Rente berechtigt, steigen die jährlichen Rentenzahlungen um 6 % pro Jahr. Bei einer späteren Beantragung der gesetzlichen Rente hat man zusätzlich den Vorteil, dass sich der Zeitraum verlängert, über den das Altersvorsorgekapital wachsen kann. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Jahre, die aus persönlichen Ersparnissen finanziert werden müssen.

Somit kann die Entscheidung über den Rentenbeginn erhebliche Auswirkungen darauf haben, welchen Anteil der Ruhestandsbezüge man aus privater und betrieblicher Vorsorge neben der gesetzlichen Rente bestreiten muss. Das wiederum wirkt sich auf die Höhe der anderen für die Altersvorsorge relevanten Größen aus – die jährliche Sparrate, die Spar-Meilensteine und die sinnvolle Entnahmerate (siehe Tabelle). Behalten Sie im Hinterkopf, dass diese Größen alle miteinander in Beziehung stehen.
 
Auch wenn Sie vielleicht noch nicht genau sagen können, wieviel Geld Sie im Alter benötigen, haben Sie wahrscheinlich schon eher eine Vorstellung davon, wann Sie in den Ruhestand gehen möchten. Beabsichtigen Sie einen frühen Ruhestandsbeginn, eignet sich möglicherweise - wie in der folgenden Grafik aufgeführt - für Sie das Eintrittsalter 62. Wollen Sie dagegen länger arbeiten, könnten die Richtwerte für das Alter 70 besser passen.

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Wie sich Ihr Rentenbeginn auf das benötigte Vorsorgekapital und Entnahmen im Ruhestand auswirkt

Angenommen wurde ein Sparer im Alter von 26 - 67 Jahren mit einem Einkommen zwischen 24.000 und 100.000 Euro sowie einem durchschnittlichen Aktienanteil von 50 % während seiner aktiven Zeit.

Siehe die Hinweise am Ende bezüglich der Methodik und anderer wichtiger Annahmen.

Worauf noch zu achten ist

Unsere Richtwerte unterstellen zur vereinfachten Darstellung unter anderem, dass keine privaten Rentenleistungen oder sonstige Ansprühe auf lebenslange Zahlungen bestehen. Außerdem treffen wir weitere Annahmen, darunter eine durchgängige Beschäftigung, einen stabilen Gehaltsanstieg und entsprechend steigende Beträge in betriebliche und private Altersvorsorgemaßnahmen. Dabei ist uns bewusst, dass sich insbesondere auch individuelle Gegebenheiten unterscheiden und im Zeitverlauf ändern können. (Siehe Fußnoten für die Methodik und andere wichtige Annahmen).2

Daher empfiehlt sich während der Ansparphase und insbesondere beim näherrückenden Ruhestand möglicherweise die Zusammenarbeit mit einem Anlageberater, um einen umfassenden und individuellen Altersvorsorgeplan zu erstellen.
 

Die hierin enthaltenen Informationen sollen der Weiterbildung dienen und sind nicht auf die Anlagebedürfnisse eines bestimmten Investors zugeschnitten.

1. European Commission, The 2018 Aging Report: Economic and Budgetary Projections for the EU Member States (2016-2070) Durchschnittsalter = 63.

2. Die Zielgrößen für die Sparrate und die Entnahmerate spiegeln Simulationen auf Grundlage historischer Marktdaten wider. Diese Simulationen berücksichtigen die Erträge und Wertschwankungen, die sich bei einer gängigen Mischung aus Aktien, Anleihen und kurzfristigen Geldmarktanlagen in unterschiedlichen Marktsituationen ergeben können. Auf Grundlage bestimmter Annahmen hinsichtlich des Eintritts in den Ruhestand (67 Jahre), des Vorsorgezeitraums (bis 91 Jahre), des realen Gehaltswachstums (1,75 % p.a.) und der angestrebten Nettoeinkommens-Ersatzquote (45 %) waren die Ergebnisse erfolgreich, wenn Renditen auf dem Niveau des 80. Perzentils in der Ansparphase und dem 90. Perzentil im Ruhestand (Dekumulationsphase) unterstellt wurden. Die sich daraus ergebenden Leitlinien waren mit einer Palette hypothetischer Anlagemischungen konsistent, in denen die durchschnittliche Aktienquote über den gesamten Anlagehorizont über 50 % lag.

3. Die Einkommens-Ersatzquote ist der Prozentanteil des vor Beginn des Ruhestands erzielten Einkommens, für dessen Ersatz man fürs Alter Vorsorge treffen sollte. Die Zielgrößen für die Einkommens-Ersatzquote basieren auf Daten des Statistischen Bundesamts (Destatis)  Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) und der OECD Pensions at a Glance. Das Ziel einer Einkommens-Ersatzquote von 45 % unterstellt, dass keine privaten Rentenleistungen im Sinne lebenslanger Einkommensquellen neben der gesetzlichen Rente bezogen werden, und einen Ruhestandsbeginn im Alter von 67, in dem die Jahrgänge ab 1964 Anspruch auf eine abschlagsfreie gesetzliche Rente haben. Im Fall eines früheren Ruhestands und Rentenbezugs ergibt sich ein höheres Ziel für die Einkommens-Ersatzquote, da die gesetzliche Rente dann niedriger ausfällt, der Zeitraum für das Wachstum des Altersvorsorgekapitals kürzer ist und für eine längere Ruhestandsphase Vorsorge zu treffen ist. Analog dazu sinkt der Zielwert bei einem späteren Ruhestandsbeginn. Bei einem Ruhestandsbeginn im Alter von 65 Jahren beträgt der Zielwert 49 % des Jahreseinkommens vor Beginn des Ruhestands. Erfolgt der Eintritt in den Ruhestand erst mit 70, beträgt der Zielwert 34 % des Einkommens vor Ruhestandsbeginn.

4. Fidelity hat eine Reihe von Meilensteine im Ansparprozess entwickelt, um Ihnen zu veranschaulichen, wie hoch Ihre aktuellen Vorsorgebeträge sein müssten, um Ihren Finanzbedarf im Ruhestand decken zu können. Die empfohlenen Meilensteine im Ansparprozess basieren ausschließlich auf Ihrem derzeitigen Alter. Bei der Entwicklung der Spar-Meilensteinen hat Fidelity altersabhängige Anlagemischungen unterstellt, die im Einklang stehen mit der Entwicklung der Aktienquote in einem typischen Laufzeitfonds mit Zieldatum, einer jährlichen Sparrate von 21 %, einem realen Gehaltszuwachs von 1,75 % p.a., einem Ruhestandsbeginn von 67 und einem Vorsorgezeitraum bis zum Alter von 91 Jahren. Das Ziel für die Einkommens-Ersatzquote beträgt 45 % des Jahreseinkommens vor Beginn des Ruhestands und unterstellt, dass keine privaten Rentenleistungen oder andere Quellen lebenslanger Einkünfte neben der gesetzlichen Rente vorliegen. Die Zielgröße basiert auf Daten des Statistischen Bundesamts (Destatis)  Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) und der OECD Pensions at a Glance.
Fidelity hat die Meilensteine im Ansparprozess mittels zahlreicher Marktsimulationen auf Grundlage historischer Marktdaten entwickelt. Diese stehen im Einklang mit der Annahme von Phasen mit ungünstigem Marktumfeld (was eine Erfolgswahrscheinlichkeit von 90% ermöglicht).  

Diese Simulationen berücksichtigen die Erträge und Wertschwankungen, die sich bei einer gängigen altersbasierten Mischung aus Aktien, Anleihen und kurzfristigen Geldmarktanlagen (mit allmählicher Reduzierung der Aktienquote) in unterschiedlichen Marktsituationen ergeben können. Die Renditen und Volatilitäten der zugrundegelegten Anlagen basieren auf historischen Jahresdatenvon 1934 bis zum Ende des jüngsten abgeschlossenen Kalenderjahrs (Quelle: Bloomberg und Datastream). Für Aktien (international) wurde der MSCI All Countries World Total Return Index zugrundegelegt, für Anleihen der Barclay’s Aggregate Total Return Index (Value Hedged EUR) und für kurzfristige Liquiditätsanlagen der 1-Monats-Euribor (Geldmarktsatz).

In den Portfolios erfolgte zum Ende jedes Monats ein Rebalancing. Für das Rebalancing wurden keine Transaktionskosten angesetzt; es wurden auch keine Gebühren berücksichtigt.

Sämtliche Berechnungen sind rein hypothetisch und ein vorgeschlagener Meilensteine im Ansparprozess beinhaltet keine Garantie für den zukünftigen Erfolg. Er spiegelt nicht den Ertrag einer bestimmten Anlage wider und berücksichtigt auch nicht die Zusammensetzung eines bestimmten Portfolios eines Teilnehmers. Der Meilensteine im Ansparprozess soll lediglich eine Informationsquelle im Sinne eines Zwischenziels darstellen, die Ihnen bei der Ermittlung Ihres Altersvorsorgebedarfs hilft.

5. Das vorgeschlagene Ziel einer Sparrate von 21 % des jährlichen Bruttoeinkommens (einschließlich etwaiger Arbeitgeberleistungen zur betrieblichen Altersvorsorge) basiert auf unserem eigenen Research. Dieses deutet darauf hin, dass die meisten Menschen den genannten Prozentsatz von einem angenommenen Sparbeginn mit 25 Jahren bis hin zu einem angenommenen Ruhestandsbeginn mit 67 Jahren sparen müssen, um die Aussicht auf Erreichen einer Einkommens-Ersatzquote von 45 % des Jahreseinkommens vor Ruhestandsbeginn bis zum Alter von 91 Jahren zu haben. Dabei ist unterstellt, dass keine privaten Renteneinkünfte oder andere Quellen lebenslanger Einkünfte vorliegen.

6. Die nachhaltige Entnahmerate versteht sich als inflationsbereinigte jährliche Entnahmequote. Sie ist definiert als Prozentsatz Ihres anfänglichen (bei Beginn des Ruhestands gegebenen) Vorsorgekapitals. Für diese Quote wurde ein Wert von 4,6 % angesetzt, wobei ein Ruhestandsbeginn mit 67 Jahren und ein Vorsorgehorizont bis zum Alter von 91 Jahren unterstellt wurden.

Die Zielgrößen für die Meilensteine im Ansparprozess, die Sparrate und die Entnahmerate sind hypothetischer Natur, spiegeln keine tatsächlichen Einkünfte oder Anlageergebnisse über die Lebenszeit wider und beinhalten keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Die Zielgrößen berücksichtigen nicht die individuelle Situation eines bestimmten Nutzers, die Struktur eines bestimmten Portfolios und keine spezifische Anlage oder Anlagestrategie. Der individuelle Nutzer muss möglicherweise mehr oder weniger als die genannten Zielgrößen sparen, in Abhängigkeit vom Ruhestandsbeginn, der Lebenserwartung, dem Marktumfeld, dem angestrebten Lebensstandard im Alter und anderen individuellen Faktoren.

Quelle Fidelity Altersvorsrogerichtwerte:  Global Retirement Savings Guideline. Fidelity International & Fidelity Investments. Herbst 2018.